Leichte Erholung im Maschinen- und Anlagenbau

Die Auftragslage im Maschinen- und Anlagenbau hat sich laut VDMA in den Schlussmonaten des Jahres 2025 wieder etwas erholt.
Foto: Pixabay

Die Auftragslage im Maschinenbau hat sich etwas aufgehellt und zeigte sich im November leicht erholt. Für das Jahr 2026 ist aber noch keine echte Auftragsdynamik absehbar, die zu einem kräftigeren Wachstum führen würde. Die Branche hofft aber dennoch für dieses Jahr auf einen kräftigen Konjunkturruck – und mit ihr die Armaturenbranche.

Die Auftragslage im Maschinen- und Anlagenbau hat sich laut VDMA in den Schlussmonaten des Jahres 2025 wieder etwas erholt. Auf das Orderplus im Oktober folgte auch im November ein realer Bestellzuwachs von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Für die elf Monate von Januar bis einschließlich November 2025 resultiert damit eine Stagnation auf Vorjahresniveau in den Auftragsbüchern“, erläutert der VDMA. Zum Halbjahr hatten die Bestellungen im Maschinen- und Anlagenbau noch leicht über dem Vorjahreswert gelegen, danach folgten einige Monate mit teils kräftigen Rückgängen.

Weiterhin schwach blieb laut dem Verband im November das Inlandsgeschäft mit einem Rückgang von 9 Prozent. Dagegen legten die Bestellungen aus dem Ausland um 14 Prozent zu. Ein hohes Volumen an Bestellungen für Großanlagen verschaffte dem Nicht-Euro-Geschäft ein Plus von real 20 Prozent, Orders aus dem Euro-Raum stiegen um 2 Prozent.

Zum Halbjahr 2025 hatten die Bestellungen im Maschinen- und Anlagenbau noch leicht über dem Vorjahreswert gelegen. Foto: Pixabay
Zum Halbjahr 2025 hatten die Bestellungen im Maschinen- und Anlagenbau noch leicht über dem Vorjahreswert gelegen. Foto: Pixabay

Inlandsnachfrage stärken

„Für das neue Jahr ist noch keine echte Auftragsdynamik absehbar, die zu einem kräftigeren Wachstum führen würde. Gerade um die Inlandsnachfrage zu stärken, bleibt die Bundespolitik in der Pflicht“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt. „Ankündigungen von Bundeskanzler Merz, es sei nun höchste Priorität, die Wirtschaft anzukurbeln, hören wir gerne. Aber den Worten müssen jetzt Taten folgen.“ Dazu bräuchte es dringend spürbare Reformen, die den industriellen Mittelstand entlasten – „unter anderem niedrigere Unternehmenssteuern deutlich vor 2028, eine Rentenreform, eine Flexibilisierung des Arbeitsmarkts und ein konsequenter Bürokratieabbau“.
Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonats-Zeitraum von September bis November 2025 verbuchten die Unternehmen insgesamt ein Orderminus von real 3 Prozent. Dabei sanken die Inlandsbestellungen um 4 Prozent, das Ausland verbuchte einen Rückgang von 2 Prozent. Aus den Euro-Ländern kamen 5 Prozent weniger Bestellungen, die Aufträge aus den Nicht-Euro-Ländern stagnierten.

Ein leichter Auftragsplus

Beispiel Baden-Württemberg: Nach einem leichten Auftragsplus im Oktober hat sich die Auftragslage im Maschinen- und Anlagenbau dieses Bundeslandes im November weiter gefestigt, so der VDMA. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich bei den Neubestellungen ein Plus von real 13 Prozent. Die Orders aus dem Inland konnten um 25 Prozent zulegen, während auf den Auslandsmärkten ein Plus von 7 Prozent verzeichnet wurde (Euro-Raum: minus 2 Prozent, Nicht-Euro-Länder: plus 11 Prozent).

Der Maschinen- und Anlagenbau wartet nun auf einen kräftigen Aufwärtstrend für die Konjunktur – und mit ihm auch die Armaturenbranche.
Der Maschinen- und Anlagenbau wartet nun auf einen kräftigen Aufwärtstrend für die Konjunktur – und mit ihm auch die Armaturenbranche.

Auch im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum von September bis November 2025 lagen die Auftragseingänge um insgesamt 3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Inlandsbestellungen legten im Vergleichszeitraum laut VDMA um 9 Prozent zu, und im Ausland wurde ein kleines Plus von 1 Prozent verbucht.

Leichte Stabilisierung der Auftragslage

„Die leichte Stabilisierung der Auftragslage verschafft dem Maschinenbau im Südwesten etwas Luft. Dennoch liegen wir noch immer auf einem niedrigen Niveau. Für die elf Monate von Januar bis November 2025 liegt der Auftragseingang weiterhin 2 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum“, erklärt Dr. Dietrich Birk, Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg. „Eine Auftragsdynamik, die einen echten Aufschwung einleitet, ist angesichts der geopolitischen Spannungen aktuell nicht in Sicht. Im Inland bleibt die Bundesregierung gefordert, mit den dringend notwendigen Reformen den industriellen Mittelstand zu entlasten. Nur dann kann es gelingen, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen“.

Auch wenn bereits Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, wartet der Maschinen- und Anlagenbau nun auf einen kräftigen Aufwärtstrend für die Konjunktur – und mit ihm auch die Armaturenbranche.

Michael Vehreschild
Michael betreut die Armaturen Welt als Redakteur. Als ausgebildeter Journalist beschäftigt er sich bereits seit vielen Jahren mit der Industrie und ihren Herausforderungen. Er weiß um die Themen, die die Armaturenbranche beschäftigt, und durchleuchtet sie in seinen Hintergrundberichten und Interviews.

Über den Artikel der Woche

Jede Woche beleuchten wir im Artikel der Woche ein spannendes Thema für die Armaturenbranche. Weitere Artikel finden Sie auch in unserer Zeitschrift Armaturen Welt. Um diese und viele weitere Artikel (fast) monatlich zu lesen, abonnieren Sie unsere Zeitschrift (erhältlich in Print und digital).

Möchten Sie als Autor mitwirken? Bitte kontaktieren Sie Michael Vehreschild.

Jede Woche teilen wir einen neuen Artikel mit unserer Armaturen Community. Machen Sie mit und lassen Sie uns Ihren Artikel auf Armaturen Welt online und in gedruckter Form veröffentlichen.

Vorheriger ArtikelValmet übernimmt die Severn Group
Nächster ArtikelAker Solutions übernimmt Wartung und Modifikation bei Equinor