Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit hat laut der aktuellen Rangliste „World Competitiveness Ranking“ nachgelassen – für VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers Anlass, vor allzu großer Selbstzufriedenheit zu warnen. „Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich wirtschaftlich gut dasteht, dürfen wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Produktivität und Effizienz zu verbessern, bleibt dauerhaft Aufgabe einer erfolgreichen Volkswirtschaft.“ Mit diesen Worten hat Dr. Ralph Wiechers, Leiter der Abteilungen Steuern und Volkswirtschaft des VDMA, auf das Ergebnis der Schweizer Business School IMD reagiert, wonach Deutschland in puncto Wettbewerbsfähigkeit innerhalb nur eines Jahres vom sechsten auf den zehnten Platz zurückgefallen ist. Wiechers forderte deshalb die Politik auf, einen neuen Reformschub einzuleiten. „Wir brauchen eine Politik, die Innovation und Investitionen unterstützt. Vor allem unser Steuersystem muss entsprechend angepasst werden.“
Die Steigerung der Produktivität müsse auch für die Wirtschaft eine stetige Herausforderung sein. Die Unternehmen müssten sich deshalb selbstkritisch fragen, ob sie genug für ihre Wettbewerbsfähigkeit täten. Wiechers wies allerdings darauf hin, dass das Beschäftigungsniveau derzeit sehr hoch sei. „Das drückt zwar im Augenblick auf die Produktivität, setzt aber die Unternehmen in die Lage, auf eine steigende Nachfrage unmittelbar zu reagieren.“ Sobald die globale Konjunktur wieder anspringt, würde sich der Beschäftigungsaufbau als Wettbewerbsvorteil herausstellen, sagte Wiechers.
Auf der IMD-Rangliste habe Deutschland vor allem bei den Stundenlöhnen in der Industrie, bei der Vergütung des Managements und bei der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden besonders schlecht abgeschnitten, geht ferner aus der Pressemitteilung des VDMA hervor. Das komplizierte Steuersystem sowie die bürokratischen Hürden für Unternehmensgründer seien ebenfalls bemängelt worden, heißt es abschließend.