Das Exportgeschäft mit dem wichtigsten Handelspartner China hat sich kräftig erholt und liegt mit plus 21,1 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau. Insgesamt wurden Armaturen im Wert von 319 Millionen Euro in die Volksrepublik geliefert. Das Geschäft in den USA verlief für die deutschen Unternehmen verhalten. Die Ausfuhren in die USA blieben mit 180,6 Millionen Euro nahezu auf dem niedrigen Niveau des Vorjahreszeitraums (plus 0,6 Prozent), berichtet der VDMA Armaturen. Die Exporte nach Frankreich erholten sich dagegen um kräftige 16,8 Prozent, das Abnahmevolumen betrug 130,3 Millionen Euro. Das Land behauptet somit weiterhin Platz drei der wichtigsten Absatzmärkte.
Positiv ragt unter den wichtigsten Abnehmerländern noch Italien heraus. Die Exporte nach Italien kletterten um 29,9 Prozent auf 123,7 Millionen Euro und erreichten ein Niveau deutlich über dem Ergebnis von 2019 (106,3 Millionen Euro).
Gut gefüllte Orderbücher
Allerdings war der Jahresstart 2021 „für die deutschen Hersteller von Industriearmaturen etwas enttäuschend“, kommentiert Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Armaturen, die aktuelle Lage. „Der Umsatzrückgang ist allerdings vor dem Hintergrund des guten Vorjahresergebnisses zu sehen. So war der Umsatz im ersten Halbjahr 2020 insgesamt um 9 Prozent gestiegen. Im Inland hatte es sogar ein Plus von 20 Prozent gegeben“, betont Burchard. „Die aktuell gut gefüllten Orderbücher lassen außerdem hoffen, dass sich die Lage in Kürze bessert“.
Nach einem zufriedenstellenden Vorjahr war die deutsche Industriearmaturen-Branche mit einem Umsatzminus ins aktuelle Jahr gestartet. Das Inlandsgeschäft schrumpfte im ersten Halbjahr um 4 Prozent. Der Auslandsumsatz gab um 2 Prozent nach. Nur das Geschäft im Euro-Raum konnte in den ersten sechs Monaten wachsen und legte um 7 Prozent zu. Insgesamt lag der Umsatz damit 3 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. „Die aktuell gut gefüllten Orderbücher lassen hoffen, dass sich die Lage in Kürze bessert“, erklärt Burchard.

Der Export von Industriearmaturen ins Ausland stieg zwischen Januar und Juni 2021 um 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Branche dürfte damit mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
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Auftragseingänge höher als im Vorjahr
Absperr, Regel und Sicherheitsarmaturen mit unterschiedlicher Nachfrage
Die einzelnen Produktgruppen entwickelten sich im ersten Halbjahr sehr unterschiedlich. Bei Absperr- und Regelarmaturen ging der Inlandsumsatz um 7 beziehungsweise 4 Prozent zurück. Sicherheits- und Überwachungsarmaturen verzeichneten gleichzeitig einen leichten Zuwachs von 2 Prozent. Beim Auslandgeschäft schrumpfte der Umsatz nur bei Absperrarmaturen (minus 10 Prozent). Bei Regel- und Sicherheits- und Überwachungsarmaturen konnte hier ein Plus von 10 beziehungsweise 1 Prozent erzielt werden. Insgesamt legte der Umsatz bei Regelarmaturen um 5 Prozent zu. Sicherheits- und Überwachungsarmaturen lagen mit plus 1 Prozent ebenfalls im Positivbereich, während Absperrarmaturen mit einem Minus von 9 Prozent deutlich schlechter abschnitten. Für das zweite Halbjahr 2021 stehen die Zeichen dagegen auf Wachstum. So liegen in allen drei Bereichen Ende des ersten Halbjahres die Auftragseingänge über dem Vorjahreszeitraum.
Derzeit sorgt die weltweit anziehende Konjunktur für volle Auftragsbücher der Armaturenbranche. Wichtige Abnehmer wie die Chemieindustrie sowie die Öl- und Gasbranche befinden sich wieder auf Wachstumskurs. Allerdings trüben Materialengpässe, verbunden mit Kostenanstiegen und Lieferproblemen, die Perspektiven. „Wir rechnen vor diesem Hintergrund aktuell mit einem leichten Umsatzplus von 1 Prozent für 2021“, prognostiziert Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Armaturen.
Ausfuhren von Maschinen und Anlagen haben zugelegt
Erfreuliche Bilanz auch allgemein beim Maschinen- und Anlagenbau: Die Maschinenexporte aus Deutschland haben im zweiten Quartal weiter an Fahrt gewonnen: Sie stiegen im Vorjahresvergleich um 23,5 Prozent auf 44,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen mitteilte. Im ersten Quartal lagen die Ausfuhren lediglich um 0,8 Prozent über dem Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Maschinenexporte im zweiten Quartal 2020 – dem Höhepunkt der Corona-Pandemie – um 21,5 Prozent zurückgingen. Im ersten Quartal 2020 lag der Rückgang nur bei 5 Prozent. Insofern ist der starke Anstieg im zweiten Quartal des laufenden Jahres auch auf eine niedrigere Vorjahresbasis zurückzuführen. Unterm Strich lagen die Maschinenausfuhren im ersten Halbjahr dieses Jahres 11,2 Prozent über denen des Vorjahres.

Wichtige Abnehmer von Armaturen – wie die Chemieindustrie sowie die Öl- und Gasbranche – befinden sich wieder auf Wachstumskurs.
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Berechtigte Hoffnungen auf kraftvollen Aufschwung
„Das kräftige Comeback der Maschinenexporte in nahezu alle Regionen der Welt ist sehr erfreulich“, sagt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. „Doch das positive Bild darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der weitere Aufschwung im Maschinenbau aufgrund von Materialmangel deutlich erschwert wird“, fügt Wortmann hinzu. Besonders die Versorgung mit Vorprodukten aus der Elektronik- und Stahlindustrie ist problematisch und sorgt für angespannte Lieferketten, wie aus einer Umfrage unter VDMA-Mitgliedern Anfang April hervorging. „Und die Situation hat sich seitdem weiter verschlechtert. Der Druck auf die Lieferketten ist hoch und wird zusätzlich durch Logistikengpässe verschärft.“
Auch wenn also das Gebilde noch etwas fragil erscheint: Der Ausblick berechtigt zu Hoffnungen auf einen kraftvollen Aufschwung – die Exportraten wachsen allerorten.

Quelle: VDMA, Destatis