Fertigung wandelt sich zunehmend durch KI-Einsatz

Künstliche Intelligenz ist in der Fertigung angekommen – die Technologie wird vermehrt eingesetzt, um die Belegschaft zu unterstützen, und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit in den Betriebsabläufen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das ist unter anderem das Ergebnis des „State of Smart Manufacturing”-Reports von Rockwell Automation.

„Die Welt verändert sich am laufenden Band und mit ihr auch die Fertigung”, sagt Malte Dieckelmann, Vice President Enterprise Software Sales, EMEA, Rockwell Automation. „Der Fachkräftemangel bleibt nach wie vor ein globales Problem. Hersteller suchen weiterhin nach Möglichkeiten für profitables Wachstum und stellen fest, dass Unsicherheiten in der Verfügbarkeit von Arbeitskräften die Qualität der Produkte und des Kundenservices beeinträchtigen. Die Fähigkeiten, den Bedürfnissen ihrer Kunden nachzukommen und sich schnell zu transformieren, werden dadurch beeinträchtigt.“ Die klare Botschaft aus diesem Bericht sei, dass Hersteller Technologie als Vorteil zur Verbesserung von Qualität, Agilität und Innovation sehen, aber auch um die nächste Generation von Fachkräften anzulocken. „Hersteller erwarten, Risiken durch Technologie in Bezug auf Prozesse und Personal zu mindern, Widerstandsfähigkeit aufzubauen und Erfolg zukunftsorientiert voranzutreiben“, erläutert Malte Dieckelmann.

Investitionen in moderne Technologien nehmen aktuell deutlich zu. Foto: Pixabay

KI als Schlüsselfaktor für den zukünftigen Erfolg

Die wichtigsten Ergebnisse des Reports für Deutschland sind in diesem Jahr: KI ist für Hersteller ein Schlüsselfaktor für den zukünftigen Erfolg. 43 Prozent der deutschen Hersteller gehen davon aus, dass sie im Jahr 2024 generative KI (GenAI) in ihren Betrieben einführen werden. 89 Prozent der deutschen Hersteller erwarten den Einsatz von KI und maschinellem Lernen (ML) in der fortgeschrittenen Analytik. Dies liegt etwas unter dem europäischen Durchschnitt von 92 Prozent.

Der Mangel an Fachkenntnissen, um intelligente Fertigungstechnologien optimal zu nutzen, ist laut dem Report für deutsche Unternehmen mit 36 Prozent das größte Hindernis für die Einführung dieser Lösungen. Technologieinvestitionen nehmen um fast ein Drittel zu. 69 Prozent der deutschen Unternehmen investieren dazu zwischen 21 Prozent und 50 Prozent ihres Betriebsbudgets. Intelligente Technologien liefern die beste Investitionsrendite (ROI). Software as a Service (SaaS) steht mit 16 Prozent an der Spitze. „Nur 22 Prozent der befragten deutschen Hersteller sehen Cybersecurity als signifikante Herausforderung an“, ist ein weiteres wichtiges Ergebnis des Reports von Rockwell Automation.

Die KI-Revolution ist da

Automatisierung und Optimierung durch künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind die Hauptgründe für Investitionen in intelligente Fertigungstechnologien. 84 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gaben an, dass sie bereits in KI und ML investiert haben oder planen, dies in den nächsten zwölf Monaten umzusetzen. Dies entspricht dem europäischen Durchschnitt von 84 Prozent.

Bei der Anwendung fortgeschrittener Analytics haben laut dem Rockwell-Report 89 Prozent der Unternehmen in Deutschland dies geplant, was knapp unter dem europäischen Durchschnitt von 92

Prozent liegt. Im Fall von Anwendungsfällen für KI und ML nennen deutsche Unternehmen vor allem drei Hauptanwendungen: Prozessoptimierung (44 Prozent), Qualitätskontrolle (37 Prozent) und Robotik (35 Prozent).

Mitarbeitende stärken

Die Befähigung von Mitarbeitenden durch Technologie ist entscheidend für den Erfolg. Im Prozess der digitalen Transformation werden Arbeitnehmende oft nicht in den Fokus gestellt. Laut der Umfrage investieren Hersteller daher verstärkt in ihre Arbeitskräfte und Technologien, um weiterhin erfolgreich zu bleiben.

Anstatt KI als Ersatz zu nutzen, suchen Unternehmen nach Möglichkeiten, KI zu verwenden, wenn Positionen aufgrund des Fachkräftemangels nicht oder nur schwer zu besetzen sind. Daher investieren 37 Prozent der deutschen Unternehmen in die Automatisierung und liegen damit leicht über dem europäischen Durchschnitt von 36 Prozent. Weitere Taktiken umfassen die Nutzung von Remote-Arbeit, um einen breiteren Talentpool für remote-fähige Jobs zu erschließen (36 Prozent) und die Rekrutierung von Arbeitnehmenden aus verschiedenen geografischen Regionen (31 Prozent).

Automatisierung und Optimierung durch künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind die Hauptgründe für Investitionen in intelligente Fertigungstechnologien. Foto: Pixabay

Widerstandsfähigkeit in Betriebsabläufen und Prozessen

Qualität bleibt für Hersteller in Deutschland eine Top-Priorität – die Bereitstellung hat sich jedoch weiterentwickelt. Von den Befragten gaben laut dem Report 37 Prozent an, dass sie die Lösung zur Verbesserung der Qualität in intelligenten Fertigungstechnologien suchten. „Dieser Wert liegt deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 41 Prozent.“ Tatsächlich bilden in Europa die traditionellen drei Ziele Qualität, Kosten und Effizienz die Top-Drei. Dies gilt auch für Deutschland, „wobei die Kostenreduktion mit 36 Prozent an zweiter Stelle stand und die Verbesserung der Gesamteffizienz der Ausrüstung bei 34 Prozent lag“.

Die neunte Ausgabe des „State of Smart Manufacturing”-Reports von Rockwell Automation möchte wertvolle Einblicke in Trends, Herausforderungen und Pläne für Hersteller liefern. Hierfür wurden mehr als 1.500 Unternehmen der Fertigungsindustrie aus 17 Ländern befragt, darunter Deutschland, das Vereinigte Königreich (UK), Frankreich, Italien und Spanien. Knapp über hundert der teilnehmenden Firmen kommen aus Deutschland (101). Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit Sapio Research und Plex Systems durchgeführt.

KI ist auch in der Armaturenbranche keine Zukunftsmusik mehr

Bereits im Fokus hat Samson die KI. „Wenn es um technische Abläufe geht, muss man auf eine gute Automatisierung aufbauen“, erläutert Thorsten Pötter, CDO bei Samson. Ansonsten müssten die Prozesse sehr genau beschrieben und verstanden sein. Ferner sind Daten zu erfassen und zugänglich zu machen, „damit die KI trainiert werden kann“.

In allen Bereichen, in denen Maschinen und Computeranwendungen eingesetzt werden und viele Daten anfallen, macht laut Thorsten Pötter der Einsatz von KI Sinn – auch im Bereich der Dokumentation, der Ablagesysteme, des Dokumentenmanagements. Bei den Auftragsabwicklungsprozessen und der Dokumentation zur Produktionsfreigabe sei die KI auf dem Vormarsch.

Für Samson ist KI also längst keine Zukunftsmusik mehr. „Wir optimieren mit einer KI-basierten Lösung bereits unseren Maschinenpark.“ Außerdem hat das Unternehmen vor einigen Jahren die so genannte SAM-DIGITAL-Plattform eingeführt. Das Ziel ist, branchenübergreifende Dienste und Funktionalitäten – wie zum Beispiel die Visualisierung, Alarmierung und Steuerung von Vorgängen – in den überwachten Betriebsanlagen bei Kunden und Samson weltweit zu ermöglichen. Dabei werden die bereitgestellten Daten mit Analysewerkzeugen und durch Unterstützung künstlicher neuronaler Netze ausgewertet.

37 Prozent der deutschen Unternehmen investieren in die Automatisierung – damit liegen sie leicht über dem europäischen Durchschnitt von 36 Prozent. Quelle: Rockwell Automation

Die KI hat also längst Einzug in die Armaturenbranche gehalten – zum Nutzen der Produkthersteller und Anlagenbetreiber sowie zum Vorteil der Umwelt, denn präzise Prozesse ermöglichen einen nachhaltigeren Einsatz von Ressourcen.

Michael betreut die Armaturen Welt als Redakteur. Als ausgebildeter Journalist beschäftigt er sich bereits seit vielen Jahren mit der Industrie und ihren Herausforderungen. Er weiß um die Themen, die die Armaturenbranche beschäftigt, und durchleuchtet sie in seinen Hintergrundberichten und Interviews.

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