Ein Leben mit dem Meer

Wasser und Meere faszinieren Tessa Rodewaldt seit jeher. Von daher verwundert es nicht, dass die gebürtige Hamburgerin dem nassen Element stets treu blieb. So setzt sie sich als Geschäftsführerin der Maritimen Plattform für die maritime Energiewende ein und für alle, die beruflich mit ihr verbunden sind. Tessa Rodewaldt und die Plattform haben sich der klimaneutralen Transformation der Schifffahrt und Hafenwirtschaft verschrieben.

Ein Beitrag von Michael Vehreschild.

Von Kind auf wurde Tessa Rodewaldt durch Häfen und die Schifffahrt geprägt – aufgewachsen in Hamburg und mit Familie in Rotterdam. Ihr ermöglicht das Meer bis heute Entspannung und Zeit für Reflexion. Die gebürtige Hamburgerin mit deutscher und niederländischer Staatsangehörigkeit verbringt viel Zeit an der niederländischen Nordseeküste bei Alkmaar, wo sie sich vor einigen Jahren ein zweites Zuhause als Gegenpol zum trubeligen Berliner Großstadtleben geschaffen hat.

Reizvolle Kombination

Zwischendurch führte ihr Weg sie ein wenig fort vom Meer: Nach dem Studium der Politikwissenschaft und Zeitgeschichte in Tübingen und Berkeley, California, und dem Master in Europäischer Politik an der London School of Economics war sie unter anderem für einen Abgeordneten im britischen Unterhaus tätig und ging dann in die politische Kommunikation für Unternehmen, Verbände, NGOs, Gewerkschaften. Heute leitet Tessa Rodewaldt die Strategie-, Kommunikations- und Wirtschaftsberatung von Beust & Coll. gemeinsam mit drei weiteren Partnern. Von Beginn an hat sie sich mit technologie-getriebenen Politikbereichen wie Verkehr, Energiewirtschaft und Schifffahrt beschäftigt.

Als Geschäftsführerin der Maritimen Plattform findet Tessa Rodewaldt vor allem die Kombination von strategischen, inhaltlichen und kommunikativen Aufgaben spannend. Hierbei hat sich die Plattform zwei Ziele gesetzt: Zum einen geht es darum, die Rahmenbedingen für die Nutzung alternativer, das heißt zunehmend klimaneutraler, Kraftstoffe für die Schifffahrt im Dialog mit der Politik zu verbessern. „Zum anderen geht es uns darum, unsere Mitglieder miteinander zu vernetzen, auch im Hinblick auf mögliche Projekt- und Innovationskooperationen“, erläutert die Hamburgerin.

Gespräche mit der Politik

Tessa Rodewaldt arbeitet inhaltlich, strategisch und kommunikativ. Informationsmaterial und Positionspapiere werden vorbereitet und die Plattform ist natürlich auch im Netz vertreten. „Dafür sind nicht nur tiefes inhaltliches Verständnis und Expertise notwendig, sondern auch ein regelmäßiger Austausch mit unseren Mitgliedern und Partnern.“ Für die politische Interessenvertretung organisiert die Plattform vielfältige Dialog-Formate – sowohl vor als auch hinter den Kulissen, im Bund und in den Ländern. So führt sie regelmäßig Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern, organisiert Veranstaltungen, sowohl live als auch digital, gerne in Kooperation mit anderen relevanten Stakeholdern aus der maritimen Branche. „Zudem vernetzen wir unsere Mitglieder mittels eigener Formate und halten Sie auf dem Laufenden.“

Notwendig sind dabei Kommunikationsfähigkeit, Menschen miteinander vernetzen, Kenntnis sowohl der maritimen Szene, also auch der Politik und ihre Akteure auf Landes- Bundes-, EU-Ebene, sowie die Fähigkeit, sich schnell in neue Sachverhalte und Entwicklungen einzuarbeiten. „Und ganz wichtig als Führungskraft: Neben, wenn notwendig auch kurzfristiger, Entscheidungsstärke, sind Teamfähigkeit, Einschätzungs- und Einfühlungsvermögen sowie Empathie für Mitarbeiter zentral, denn die Führungsqualitäten zeigen sich vor allem auch in der Teamführung.“ Die Maritime Plattform sei am stärksten, wenn sie als Team vertrauensvoll, transparent und wertschätzend zusammenarbeite.

Menschen begeistern

Erfolg könne dabei unterschiedlich aussehen: Ein Ziel, das man sich zuvor gesetzt hat zu erreichen. Sich an neue Rahmenbedingungen anzupassen, damit lernen umzugehen. Ein neues Team erfolgreich zusammenbringen; Vertrauen gewinnen, eine Kompetenzvermutung nicht nur erzeugen, sondern auch ausfüllen. Oder Menschen für eine Idee begeistern.

Tessa Rodewaldt sieht klar und deutlich die Wichtigkeit der Branche: „Heute ist die internationale Schifffahrt mit ihrem Anteil von über 90 Prozent am interkontinentalen Güterverkehr das Rückgrat unseres wirtschaftlichen Handelns, damit unverzichtbarer Bestandteil der globalen Lieferketten. Jeden Tag gebrauchen wir Dinge, die mit Schiffen transportiert werden – das gilt für die Industrie wie für den Konsumenten.“ Deswegen sei es auch so wichtig, dass die Schifffahrt klimaneutral wird: Das trage nicht nur zum Klimaschutz, sondern auch zu Wirtschaftswachstum, Innovation und Wohlstandssicherung bei.

Fernweh und Tradition

Für Tessa Rodewaldt, die auch gerne zu einem englischsprachigen Buch greift und sich sportlich mit Pilates und Spinning fit hält, ist die Schifffahrt mit vielem verbunden: zum Beispiel mit Fernweh, Sehnsucht, Sport und Entspannung, Tradition, Entdeckungslust, Geschichte, Ausdruck nationaler Stärke. Daher ist sie auch heute noch gerne mit ihrer dreijährigen Tochter an der nordholländischen Nordseeküste bei Alkmaar, ihrer zweiten Heimat. Und die lässt sich bei langen Radtouren an der Küste besonders gut genießen.

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Michael betreut die Armaturen Welt als Redakteur. Als ausgebildeter Journalist beschäftigt er sich bereits seit vielen Jahren mit der Industrie und ihren Herausforderungen. Er weiß um die Themen, die die Armaturenbranche beschäftigt, und durchleuchtet sie in seinen Hintergrundberichten und Interviews.